Am letzten Wochenende der Sommerferien, vom 6. bis 8. September 2024, verwandelt sich die Regensburger Altstadt in einen großen Freiluft-Zirkus. Auf dem Neupfarrplatz turnen beispielsweise vier Männer aus Belgien auf einer Installation aus magischen Türen und rotierenden Wänden (Cie Circumstances). Und es gibt noch so viel mehr zu sehen.
Im Fechthof schwingt sich ein Akrobat aus Frankreich begleitet von betörenden Gitarrenklängen durch das Geäst eines toten Baumes (Compagnie du Courcirkoui). Auf dem Haidplatz boxt ein gut gekleideter Clown aus Neuseeland den albernsten Kampf aller Zeiten.
Insgesamt 23 Shows an 8 Spielorten in der Innenstadt
Hervorgegangen aus einem kleinen Straßenzirkusfestival im Sommer 2010 findet das Regensburger Kulturpflaster nun schon zum achten Mal statt – organisiert vom Verein Mischkultur e.V., mit Unterstützung der Stadt Regensburg.
Auf den öffentlichen Plätzen beginnt der schönste Zirkus der Stadt am Freitag, den 6. September, ab 18:00 Uhr. Letzte Vorstellung ist am Sonntag, den 8. September, um 18.30 Uhr. Weltweit gefeierte Stars des Straßenzirkus wechseln sich an acht Spielorten ab: neben der Bühne im Thon Dittmer Palais sind das der Neupfarrplatz und der Haidplatz, mit je zwei Spielorten, der Kohlenmarkt, der Rathausplatz und der Fechthof. Ihr Programm stellen sich die Zuschauerinnen und Zuschauer selbst zusammen - mit dem Spielplan im Programmheft oder der Kulturpflaster-App. Wer einen Auftritt verpasst, hat immer noch eine zweite Chance: Jede Show wird mehrfach wiederholt.

© Hubert Lankes
Es gibt viel zu sehen in der Altstadt-Manege
Da sind Künstlerkompanien, die beim Warten auf einen imaginären Zug über Bauzäune balancieren (Cie Lombric Spaghetti) oder an einer fiktiven Grenze zu musizieren beginnen und die Schranke zum Turngerät verwandeln (Compagnie Sur Mesure). Da sind kongeniale Duos: zwei Lockenköpfe, die aussehen wie Zwillingsbrüder und so synchron jonglieren, als seien sie ein einziger, vierarmiger Künstler (Cie les Invendus); das Paar, das bei seiner partnerakrobatischen Darbietung buchstäblich mit einem roten Faden verbunden ist (Company PilkoPilko); zwei mürrische Clowns in einer Holzkiste, die mit Ukulele, Blechdosen und taktvollem Humor die Monotonie der Welt durchbrechen (Cie Magik Fabrik). Da sind Solo-Künstler wie die tangotanzende Hula-Hoop-Magierin Muruya oder der Improvisationsgroßmeister El Goma, der in einem Bällebad gegen sich selbst, mit den Umständen und manchem Zuschauer ringt. Und ein einsamer Eigenbrötler namens Compagnie Majordome, der auf einer Bühne, die wirkt wie ein enger Raum, mit seinen Bällen spricht und immer wieder über die Falten des Lebens stolpert.
Lokale Bands begleiten die Artisten
Musikalisch begleitet wird das Programm von zwei lokalen Bands, der Rock’n‘Roll Kombo Diamond Dogs und der experimentellen Blaskapelle Anarchist Brass Collective sowie von den beiden blond toupierten Italienerinnen von Wunder Tandem, die Welthits und One-Hit-Wonder auf schräge Art neu interpretieren.
Am Ende jeder Show lassen die Künstlerinnen und Künstler ihre Hüte kreisen und machen, oft auf kreative Weise, darauf aufmerksam, dass das, was sie da tun, ihr Beruf ist. Denn auch wenn vieles spielerisch wirkt und die Clowns längst nicht die einzigen sind, die Quatsch machen: Fast alle, die beim Kulturpflaster auftreten, verdienen ihr Geld mit dem Straßenzirkus. Sie sind Profis – daran wird keiner, der sie an diesem Wochenende erlebt, zweifeln.
Mischkultur e.V. / RNRed