Im achten Aufeinandertreffen zwischen den Füchsen Berlin und dem ESV 1927 Regensburg gab es am vergangenen Samstagabend das erste Unentschieden: Bevor sich die Kontrahentinnen aber 26:26 (10:13) trennten, hatten die Zuschauer in der Sportschule Charlottenburg eine spannende und mitunter kuriose Partie erlebt.
Die Bunkerladies waren mit der Empfehlung von zwei überzeugenden Siegen über Lintfort und Buchholz-Rosengarten angereist, mussten aber gleich mehrere Spielerinnen in Bayern lassen. Deswegen ging die Favoritenrolle klar an Berlin, das nur auf die italienische Kreisläuferin Angela Cappellaro verzichten musste. Beide Teams stellten von Beginn an hervorragende Defensivreihen – und sich gleichzeitig in der Offensive nicht gut an. Den Beweis liefert das Ergebnis: Nach 9:31 Minuten gelang Julie Lilholt der Ausgleichstreffer zum 1:1. Zwei weitere Treffer der Spreefüxxe zwangen Regensburgs Trainer Bernhard Goldbach nach gut zwölf Minuten zur Auszeit. Dieser Weckruf hätte nicht besser funktionieren können, denn im Anschluss gelang den Gästen – gestützt auf tolle Steals in der Deckung und eine gut auflegte Joelle Arno im Kasten – ein 5:1-Lauf. Nun griff Berlins Trainer Susann Müller zur Auszeit, doch auch danach waren die Regensburgerinnen am Drücker. Annalena Kessler und die bärenstarke Anika Neuer erhöhten auf 8:4 für die Bunkerladies. Diesen Vorsprung konnte der ESV auch nahezu halten und ging mit einer 13:10-Führung in die Pause.
ESV wehrte Angriffe gekonnt ab
Nach der Pause sollte der Berliner Sturmlauf angewendet werden: Das klappte auch richtig gut, denn ein Doppelpack von Theresa Lettl, die die angeschlagene Julika Birnkammer glänzend vertrat, und erneut Anika Neuer bauten die Führung in der 45. Minute auf 23:18 aus. In der Schlussphase – die wieder ähnlich torarm wie die Anfangsminuten verlief – fehlten den dezimierten Bunkerladies gegen die anrennenden Berlinerinnen aber die Reserven sowie bei zwei Holztreffern und einer diskutablen Zeitstrafe in der Crunchtime auch ein bisschen Fortune. So kam Berlin in der 58. Minute zum Ausgleich und gut zwei Minuten später auch noch zum finalen Angriff. Den wehrte die ESV-Deckung gekonnt ab und belohnte sich so mit einem Remis.
„Wir sind in puncto Substanz an unsere Grenzen gestoßen“
Für ESV-Trainer Bernhard Goldbach war dies angesichts der Vorzeichen eindeutig ein Punktgewinn, auch wenn sein Team die meiste Zeit geführt hatte und schon aufgrund des Hinspiels die Revanche verdient gehabt hätte. „Gegen die beste Abwehr der Liga war das physisch am Limit. Hinten raus sind wir in puncto Substanz an unsere Grenzen gestoßen“, sagte Goldbach, der sein Team wieder einmal für den Kampfgeist lobte. „40 Minuten war das absolut top, gerade angesichts der vielen fehlenden und angeschlagenen Spielerinnen. Ob Sieg oder Unentschieden ist mir in diesem Fall herzlich egal. Wichtig war, dass die Mädels sich selbst für ihren beeindruckenden Einsatz belohnt und den nächsten Überraschungscoup eingefahren haben“, lobte der Sportliche Leiter Robert Torunsky den couragierten Auftritt. Durch den Punkt bleiben die Bunkerladies mit nun 26:18 Zählern auf Rang sechs der zweiten Handball Bundesliga Frauen und freuen sich nach vier Wochen Bunker-Abstinenz am kommenden Samstag, den 22. März, auf das Heimspiel gegen den Tabellennachbarn Bergischer HC.
H.C. Wagners Bureau / Bunkerladies / RNRed